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Sprachentag 2014

„Nächster Halt: Theodor Neubauer- Straße“. Die Türen der Straßenbahn öffneten sich und voller Tatendrang und gespannt auf die nun folgenden Stunden sprangen wir voller Vorfreude auf den diesjährigen Sprachentag aus der Tür und eilten in das gemütliche und verborgende Ausweichquartier der Latina im Süden Halles. Am 14. Januar, zwei Wochen ist es her, seit das neue Jahr aus dem Ei schlüpfte, trafen sich alle Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 des Sprachzweiges unserer Schule in der Ottostraße, um gemeinsam den unterschiedlichen Sprachen, die an der Latina gelehrt werden, einen „kleinen Besuch“ abzustatten und mit verschiedensten Sinnen den 6 Fremdsprachen etwas näher zu kommen.

Als Journalisten traten wir beiden Freundinnen, Nadiya und Natalie, die Reise an, um im Norden das kalte Russland zu erkunden sowie das Krokodil Gena und seine Freundin „Tscheburaschka“ näher kennen zu lernen, ein paar spanische Spezialitäten zu kosten oder auch einmal mit anzusehen, wie Schüler in die altertümliche Römerkleidung von damals schlüpften.

Wir wanderten gerade durch das Schulhaus, um passende Motive für unsere Kameralinsen zu finden, als wir unsere Ohren spitzten. „Bajame la jaula, Jaime, bájamela!“, hörten wir in einer der unteren Etage. Wir folgten diesen spannenden Klängen, dessen Aussprache uns an das warme und wilde Südamerika denken ließ. Wir erlaubten uns, uns von dieser Sprache verführen zu lassen. Als wir uns in einem Raum wiederfanden, der uns mit einem an der Tafel mit groß geschriebenen Lettern stehenden „Bienvenidos!“ begrüßte, war klar: Wir sind in „Spanien“!
Unsere jungen Spanischlehrlinge saßen in kleineren Gruppen und lernten anfängliche Vokabeln für die ersten Begegnungen in den südamerikanischen Ländern. Das Vermögen im „Zungenrollen“ wurde unter Beweis gestellt und mit Überraschung bestaunten wir die Aussprache der jungen „Spanier“. Doch ein Blick auf die Uhr verriet, dass wir geschwind weiterhuschen mussten, denn das nächste Event wartete schon auf uns. Vom sommerlichen Spanien an der Küste des Mittelmeeres, wo Wellen gegen hohe Steinfelsen branden, wurden wir direkt in das ferne und kalte Russland geholt, denn kaum waren die letzten Bissen spanischer Churros verdrückt, hörten wir schon die kleine russische Masha durch die Schule rennen – aber natürlich nicht in der Latina. In einem von Frau Klotz eingespielten Film bekamen wir die nach unserer Meinung verrückte Masha und den gutmütigen Bären zu sehen. Auch ein paar Räume weiter gab es „großes Kino“. Denn wir könnten meinen, echte Römer vor der Linse gehabt zu haben. Doch es waren ein paar Latina – Schüler, die in Tunika und Stola gekleidet stolz vor ihren Mitschülern posierten. Während die einen Spaß am Verkleiden hatten, beschäftigten sich die anderen mit dem Zusammenpuzzlen der Lük-Kästen. Eine andere Klasse konnte sich beim Nachstellen der antiken Geschichte durch Standbilder austoben. Natürlich wurden die lateinischen Vokabeln nicht außer Acht gelassen.

In einigen Räume fanden wir die Schüler intensiv über ihre Tische gebeugt. So konnten sie sich darin üben, griechische Buchstaben zu schreiben, Percy Jackson zu erleben, englischen Märchen nachzuspüren und sich spielerisch durch Spaniens Bräuche zu ackern.

Doch wer glaubt, die körperliche Aktivität wurde an diesem Tag völlig vernachlässigt, der irrt. So konnten viele ihr Rhythmusgefühl beim Salsa – Tanzen unter Beweis stellen und mal kräftig mit den Hüften kreisen. Oder auch den griechischen Tanz Sirtaki, der in ziemlichem Ttempo getanzt werden muss, mit Körpereinsatz ausprobieren. Die meisten aber freuten sich eher auf die englische Sportart „Rugby“, bei der es in der Turnhalle der Ottostraße wild zuging. So fürchteten wir als Zuschauer einige Male vom Rugbyball getroffen zu werden und flüchteten eher in die Ecken der Halle, in denen man geschützter stand. Doch grundsätzlich hat es jedem Spaß gemacht – ob auf dem Spielfeld oder am Rand.

Die verbrauchten Kalorien, die man möglicherweise in der Turnhalle gelassen hatte, konnte man sich in der nächsten Fremdsprache allerdings wieder zurückgewinnen. Den ganzen Tag schon zog der süßliche Duft von Teig durch das Schulgebäude. In der obersten Etage drängten sich schon einige Schüler vor dem Französischraum, um am Ende des Tages ein paar Teigreste der gebackenen Crepes zu ergattern. Aber die gebackenen Spezialitäten aus dem französischen Nachbarland waren nicht das Einzige, was wir an diesem Tag aus der Grande Nation geboten bekamen. So wurden mit Herrn Damaschke fleißig französische Zungenbrecher geübt und eine Maus besungen, die in heißes Öl und anschließend in kaltes Wasser gehalten wurde – in französisch natürlich . Auch der Bruder Jakob wurde mithilfe einiger kräftiger Glockengongs Notre Dame’s, der berühmten Kathedrale in Paris, aus seinen Träumen geweckt. Wer sich auch einmal im Zungenbrecher – Sprechen beweisen möchte, dem wird hier eine kleine Kostprobe geliefert: „Si mon tonton tond ton tonton, ton tonton est tondu par mon tonton“.

Auf dem Rückweg zog uns unsere Neugier noch einmal in den Raum der russischen Sprache. Die aus Russland kommende Anna, mit welcher wir schon einige Male am Sprachentag gesungen und getanzt haben, wartete auch dieses Jahr mit ihrem Keyboard und ihren traditionellen russischen Trachten auf uns. Nachdem eine der Schülerinnen die Ehre hatte, in eines dieser Kleidungsstücke zu schlüpfen, wurde gesungen und getanzt. Während die Mädchen beim Tanzen den Eindruck erzeugen sollten, elegant im Wind dahin zu gleiten, sollten die Jungs die typisch männlichen Bewegungen (schwimmen, klettern, hangeln, …) ausüben. Als Ausklang wurde ein Filmausschnitt über das Krokodil Gena und Tscheburachka gezeigt, bei dem uns Frau Vinz an manchen Stellen mithilfe einer Übersetzung auf die Sprünge half.

Natürlich sollte auch die russische Küche nicht vernachlässigt werden und so wurden im Hauswirtschaftraum für eine andere Klasse das russische Nationalgericht Pelmeni gekocht. Die in Wasser oder Brühe gekochten Teigtaschen, die mit Fleisch gefüllt sind, haben nicht nur den Schülern gut geschmeckt.

Auch dieses Jahr war der Sprachentag wieder etwas Besonderes und uns als Reportern hat es sehr viel Spaß bereitet, an einem Tag durch alle Länder einmal „durchgeflogen“ zu sein und die Vielfalt aller an der Latina gelehrten Sprachen zu erleben. Wir hoffen, dass auch ihr an diesem Tag viel erleben konntet und euren Sprachkenntnissen nun nichts mehr im Wege steht.

Natalie 8/3